mobileme – Mach mich mobil
Sonntag, 21. Dezember 2008
Was ist MobileMe?
Es handelt sich hierbei um einen Onlineservice der Firma Apple die bekannt durch Geräte wie das iPhone, den iPod oder den iMac ist. MobileMe ist der Nachfolger des bisherigen .mac Service geworden und bietet die Möglichkeit von Backups wichtiger Systeminformationen, einen E-Mailservice, eine Onlinegalerie, eine Adressbuchverwaltung, einen Kalender so wie eine Festplatte im Internet (iDisc) an. MobileMe setzt dabei auf ein Benutzung die einem bereits vom Desktop bekannt ist. Drag & Drop von Daten oder das Navigieren wie durch das Mac OS X Betriebssystem bei der iDisc so wie vertraute Oberflächen bekannter Appleanwendungen sind ein besonderes Augenmerk bei MobileMe. Viele Funktionen lassen sich darüber hinaus auch mit Tastenkürzel aufrufen, so wie man es ggf. vom Desktop gewohnt ist.
Alle Einstellungen und Services von MobileMe sind natürlich fest mit dem Betriebssystem Mac OS X verzahnt und natürlich nutzen auch die neuen Geräte wie das iPhone oder der iPod Touch die Möglichkeiten von MobileMe in Punkto Synchronisation oder Darstellungen bei Onlineabruf über die mobilen Geräte.
MobileMe ist kostenpflichtig, kann aber für einen gewissen Zeitraum kostenlos mit kleinen Einschränkungen genutzt werden.
Was wird geboten?
MobileMe bietet als Grundkern fünf Funktionen an.
Als erstes gibt es das Webmail das optisch an Apple Mail angepasst wurde. Ein Webmaildienst verbirgt nun aber auch nicht wirklich viel spektakuläres und ist heute auch nichts mehr ungewöhnliches, auch nicht bei MobileMe. Lediglich das man wie im original Apple Mail die markierten E-Mails per Drag & Drop in andere Ordner verschieben kann, sorgt für einen kleinen Eyecatcher. Auch nett ist, das man den für Mail typischen Quittungston hört, wenn die Mail erfolgreich verschickt wurde. Praktisch ist noch, das man auf jede Mail via Schnellantwort in einem kleinen Fenster einen Text verfassen kann. Dabei muss die Mail nicht geöffnet werden. Macht aber nur sinn, wenn man anhand des Betreffs weiß worum es geht, doch wozu sendet man dann noch an jemanden eine Mail wenn er den Inhalt nicht liest? Das weiß wohl nur Apple. Zur verfügung stehen allen neuen Kunden ein paar E-Mailadressen mit der Endung @me.com. ältere Kunden die den Dienst schon länger nutzen, behalten ihre @mac.com Adresse. Neukunden können nur noch eine @me.com Adresse online aktivieren. E-Mails die an @mac.com adressiert werden, funktionieren im Übrigen auch mit der Endung @me.com. Dies funktioniert jedoch nur bei Adressen mit der Endung @mac.com.
Als derzeit negativ bewerte ich das Speichern von E-Mails die gerade verfasst werden. Während Google Mail E-Mails die gerade verfasst werden automatisch sichert, schafft dies Apples Webmail nicht. Wenn also der Browser abstürzt oder gar das System etc., ist der verfasste Text verloren und muss neu erstellt werden. Warum es kein automatisches speichern gibt, ist mir unverständlich. Ebenfalls gibt es aktuell keinen Zugriff auf das Adressbuch und E-Mailadresse werden nicht wie bei Google Mail automatisch vervollständigt. Hier wird Apple sicherlich nachbessern oder sagen wir lieber hoffentlich :-)
Achja, wichtig ist ja auch noch die Info, das Anhänge in einer Mail maximal 20 MB groß sein dürfen. Sollte aber ausreichend genug sein, denn schließlich sind E-Mails eher mehr für Textbotschaften zuständig als für das übermitteln von Filmen. Soll die Datei größer sein, bietet Apple ja noch die iDisc (später dazu mehr) und laut der Infoseiten soll es auch in kürze möglich sein, in eine E-Mail links zu einem Downloadverzeichnis zu generieren, wo dann große Dateien geladen werden können die man nicht einer Mail beifügen möchte.
Der nächste Service ist für das Adressbuch. Hier verwaltet man seine Adressen wie im Adressbuch unter Mac OS X. Kontakte können einfach per Drag & Drop in Gruppen verschoben werden und natürlich auch online editiert werden. Alle änderungen die Lokal oder online getätigt werden, können Synchronisiert werden. Seit MobileMe geht dies auch unter Windows.
Beim Kalender handelt es sich um die Onlinevariante von iCal. Einfaches Termine verwalten wie man es Systemseitig kennt. Einträge können via Drag & Drop verschoben werden und natürlich auch den jeweiligen Kategorien zugewiesen werden. Auch hier gibt es wieder die Synchronisation zwischen Mac OS X, dem Onlineservice oder Windows.
Beim Galerieservice bietet Apple einen kleinen Eyecacher an was das betrachten anbelangt. Zuvor müssen aber natürlich Bilder in die Galerie geladen werden. Dies geschieht entweder direkt über den Account oder mittels der kompatiblen Programme wie z.B. iPhoto oder Aperture. Alle Fotos werden auf Wunsch in eigene Alben gepackt (Unteralben sind nicht möglich) die dann natürlich auch bei MobileMe online verwaltet werden können, ebenfalls via Drag & Drop. Sei es nun die Reihenfolge der Alben die man ändern möchte oder die einzelnen Bilder innerhalb eines Albums die einzeln eine andere Position bekommen sollen. Auch das drehen der Bilder ist online möglich und ist sogar nett animiert. Pro Album kann man entscheiden, ob die Galerie in der öffentlichen Ansicht sofort sichtbar ist oder ob sie nur via Direktlink (versteckt/unsichtbar) abrufbar ist. Ein Passwortschutz für Alben gibt es derzeit jedoch leider nicht. Da aber die Albenadresse per Zufall generiert wird und aus div. Zahlen besteht, ist es unwahrscheinlich das jemand durch Zufall über die Bilder stolpert die nicht für jeden Zugänglich sein sollen. Dennoch währe ein Passwortschutz wünschenswerter.
Nun aber zum Eyecatcher, den die eigentliche Galerie bietet, wie sie dann der Besucher vorfindet. Die Hauptseite ist komplett in schwarz gehalten und kann nicht frei gestaltet werden, weder vom Inhaber noch vom Besucher.
Innerhalb der Startseite einer Galerie werden hier die Alben jeweils mit einem Vorschaubild repräsentiert. Wandert man mit dem Mauszeiger von rechts nach links oder andersherum über das Album, scrollt man automatisch durch alle Bilder die sich innerhalb des Albums befinden. Sozusagen eine Direktvorschau um auch das richtige Album zu erwischen. Öffnet man das Album, bekommt man logischer weise alle Bilder präsentiert, was in vier Variationen möglich ist. Standardmäßig wird eine Indexseite (Grid) angezeigt. Klickt man auf ein Thumbnail, wird dieses in einem weichen Übergang gezoomt und in groß dargestellt. Von hier aus kann man Informationen zum Bild abrufen (EXIF Daten) oder durch die Galerie weiter stöbern ohne sich dabei im Index zu befinden. Ein Klick auf das vergrößerte Bild bringt einen aber auch wieder zurück zum Index. Die Bilder auf der Indexseite können via Schieberegler in der Größe frei variiert werden (evt. bekannt aus iPhoto oder Picasa). Die Hintergrundfarbe kann hier von schwarz über grau bis nach weiß verändert werden. Die nächste Ansichtsmöglichkeit nennt sich “Mosaic” wo dann auf der rechten Seite ein Bildindex eingeblendet wird und auf der rechten Seite ist das Bild dann in groß zu sehen. Auch hier bewirkt der Klick auf das große Bild eine Totalansicht mit Zugriff auf Bildinfos etc. Der Index aller Bilder kann auch hier in der Größe nach persönlichen Wunsch individualisiert werden und auch die Hintergrundfarbe ist wie im Index variierbar. Die dritte Darstellung ist das “Carousel” (mein persönlicher Favorit) wo man von links nach rechts durch die Bilder scrollt wie auf einem virtuellen Plattenteller, so weit man dies so umschreiben kann. Das aktuelle Bild wird dabei in den Vordergrund gehoben, während alle Folgebilder kleiner im Hintergrund zu sehen sind. Je näher ein Bild aus dem “Archiv” nach vorne geholt wird, um so größer wird es. Zur Navigation gibt es eine Zeitleiste durch die man mit gedrückten Mauszeiger wandern kann oder man klickt auf ein Bild das weiter in der “Vergangenheit” liegt um es nach vorne zu holen. Wer sich zurücklehnen möchte, klickt auf den Startbutton und startet den automatischen Ablauf. Auch hier kann man das Bild in die Totalansicht bringen, Infos abfragen & die Hintergrundfarbe ändern. Ein freies skalieren der Vorschaubilder ist hier nicht nötig und somit auch nicht möglich. Wer im Übrigen eine Maus besitzt mit der man auch seitwärts scrollen kann (Geht bei vielen Mäusen von Logitech oder eben auch der MightyMouse von Apple), muss sich nicht mal die Mühe machen am Schieberegler rum zu schieben.
Der letzte Betrachtungsmodus ist ein Slideshow-Modus. Es öffnet sich ein neues Fenster das dann den gesamten Desktop ausfüllt. Die Bilder werden dann in Großansicht gezeigt und die Navigation beschränkt sich auf das pausieren oder ein vor/zurück durch die Bilder. Bildinfos können hier nicht abgefragt werden.
Bei den ersten drei Modis ist es je nach Einstellung seitens des Verwalters möglich für den Besucher ein zu stellen, ob er Bilder auf dem Computer sichern kann (es wird ein ZIP Archiv erstellt), die Galerie mit Bildern via Upload ergänzen kann (auch via iPhone/iPod Touch möglich) oder ob er Bilder via E-Mail in das Album senden kann (es wird pro Album eine spezielle E-Mailadresse generiert). Ebenfalls ist es möglich das die Alben via RSS zu abonnieren oder über einen Button die Galerie weiter zu empfehlen. Diese beiden Funktionen können nicht deaktiviert werden.
Die letzte Funktion die Online angeboten wird, ist die iDisc, welche sich vielseitig gestaltet im Angebot. Die iDisc ist eine Onlinefestplatte mit einer Standardkapazität von 20 GB pro Profil (kann gegen Bezahlung erweitert werden). Allerdings sei an zu merken, dass die 20 Gigabyte für den gesamten Account gelten, also auch für den E-Maildienst. Eine Speicherverwaltung für Mail und iDisc kann über die Accounteinstellungen vorgenommen werden.
Für den Hauptnutzer bietet die iDisc div. Standardordner an, wie man sie von den Betriebssystemen Windows oder Mac OS X kennt. Ein Ordner für Bilder, Dokumente, Filme etc. Allerdings gibt es im Stammverzeichnis Ordner auf der iDisc, die nicht vom Inhaber genutzt werden können um seine Daten zu sichern wie z.B. der Ordner “Software”. Hier bietet Apple lediglich Software zum Download an wie z.B. ein “kostenloses” Backupprogramm das sowohl mit der iDisc als auch externen Festplatten oder CDs/DVDs umgehen kann. Weitere Ordner die keine Zugriffsrechte besitzen sind die “Library” und “Groups”. Allerdings kann man ohne weiteres im Stammverzeichnis neue Ordner anlegen die dann volle Rechte besitzen.
Für den öffentlichen Zugriff um Daten mit Freunden etc. aus zu tauschen, gibt es das Verzeichnis “Public” das auch eine eigene Internetadresse besitzt. Auf die Öffentliche iDisc kommt man über die Adresse mittels Webbrowser oder bei Mac OS X auch über den Finder via “Mit Server verbinden” Befehl aus dem Menü oder direkt über den Menüpunkt “Mit iDisc verbinden” (unterteilt sich noch in “Mit eigener iDisc verbinden”, “iDisc eines anderen Benutzers öffnen” oder “Mit öffentlicher iDisc verbinden”). Die öffentliche iDisc ist Standardmäßig nicht mit einem Passwort geschützt so das jeder lediglich den Benutzernamen zur iDisc benötigt um auf die Daten zurück greifen zu können. Benutzername ist alles das was vor @me.com steht. Möchte man das öffentliche Verzeichnis schützen, kann man dem ganzen ein Passwort vergeben. Dies geschieht jedoch merkwürdiger weise über die Systemeinstellungen von Mac OS X über den Punkt “MobileMe” im Reiter “iDisc”. Allerdings ist die Passwortvergabe stark eingeschränkt was die Länge betrifft und die Sonderzeichen. Greift jemand auf eine öffentliche iDisc mit Passwortschutz zu, muss er beim Browser Benutzernamen und Passwort eingeben, ebenso wie bei dem Zugriff via Mac OS X über das Findermenü. Wer die iDisc unter Windows nutzt, kann dafür auch ein Verwaltungsprogramm laden um das Passwort zu ändern. Dies wird bei Windows auch benötigt um die Adressbuchdaten so wie die Kalenderdaten mit Outlook zu Synchronisieren.
Was noch kommen soll…
Das online erstellen von Homepages war eins Bestandteil von .mac gewesen und soll auch wieder Einzug in MobileMe finden. Hier konnte man mit wenigen Mausklicks auf einfache weise eine Internetseite zusammenstellen oder Galerien gestalten. Hier war es dann auch möglich einzelne Bereiche der Internetseite mit Passwörtern zu versehen. Vermutlich arbeitet Apple hier noch an neuen Vorlagen und die entsprechende Einbindung. Bis dahin gibt es hier nur die Möglichkeit eigene gestaltete Seiten in das Verzeichnis “Homepage” bei der iDisc online zu stellen oder Homepages die via Apples iWeb oder vergleichbare Programme erstellt wurden.
Fazit:
Sicherlich ist MobileMe an vielen Stellen noch optimierbar, dennoch ist der frisch gestartete Dienst im neuen Gewand ein gut gelungenes Projekt und es ist schon faszinierend, das man beim Arbeiten auf den Onlineseiten das Gefühl vermittelt bekommt, in einem Programm zu arbeiten das auf dem Computer installiert wurde. In gewisser Hinsicht mag man dies schon von den Google Dokumentservice kennen, dennoch gibt es kleine aber feine Überraschungen wie viel inzwischen online möglich ist. Der spalt zwischen dem Arbeiten am Desktop und dem Arbeiten im Internet ist wieder ein Stück geschrumpft und so wie ich Apple einschätze, ist MobileMe erst ein kleiner Schritt in eine völlig neue Richtung. Klar und offensichtlich ist aber, das Apple den Service sehr eng mit dem System verzahnt hat, was aber bereits seit Mac OS 10.4 der Fall ist. Evt wird Apple auch bei Zeiten eine Art Pro-Service anbieten wo man z.B. Programme wie Keynote (Das Powerpoint von Apple) oder Pages ausführen kann usw.
MobileMe ist jedoch primär ein Dienst der sich an mehr oder minder unbedarfte Onlinenutzer wendet, die einfach mal ihre Bilder online stellen wollen um sie mit Freunden und Familie zu teilen oder eben über wenige Mausklicks eine eigene Internetseite zu generieren mittels iWeb, was optisch wirklich nicht schlecht aussieht. Mit der iDisc hat man dann eben noch die Möglichkeit einfach Daten von A nach B zu bewegen, ohne das man vorher ein dickes Handbuch liest wie man mit dem Server verbindet, was für Schreibrechte man beachten muss usw. Wer mehr erwartet, ist bei MobileMe mehr oder minder völlig falsch untergebracht und sollte sich lieber einen passenden Webhoster suchen wo man eigene Scripte wie PHP, CGI etc. installieren kann.
Nachteile
- @mac.com Adressen sind gleichzeitig auch eine @me.com Adresse. Andersherum funktioniert dies jedoch nicht. Dies betrifft aber primär Stammkunden des .mac Services die nun alle auf MobileMe umgestellt wurden.
- Bilder in der Galerie lassen sich maximal verbergen, jedoch nicht mit einem Passwort schützen
- Die Funktion “Bilder an Freunde versenden” oder “Als RSS Feed abonnieren” lässt sich in der Galerie nicht abschalten
- Keine Unteralben in der Galerie möglich
- Einzelne Verzeichnisse der iDisc können nicht individuell mit Zugriffsrechten versehen werden
- Beim Webmail keine Mustervorlagen (Themes) verfügbar, wie man sie aus Apple Mail kennt
- In der iDisc wird beim markieren von Dateien keine Vorschau angezeigt, wie man es aus Mac OS 10.5 kennt. Vom Nachteil ist ist dies vor allem bei Bildern.
- Ladehemmungen beim betrachten von Galerien beim Mozilla Firefox
Alle Informationen zu MobileMe unter: http://www.apple.com/de/mobileme/
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